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Bankkredit und Anschlussfinanzierung

Ermitteln Sie das günstigste Darlehen für Ihr Bauvorhaben und werden Sie vor Ablauf der Zinsbindung selbst aktiv.

Für Ihr Traumhaus können Sie nur das ausgegeben, was an Geld vorhanden oder finanzierbar ist. Der Finanzierungsbedarf ergibt sich aus Gesamtkosten inklusive Nebenkosten. Dem gegenüber stehen das Eigenkapital und eventuell vorhandene Bausparverträge. Die Differenz entspricht dem Betrag, der als Fremdkapital, beispielsweise als Bankdarlehen in die Finanzierung einfließen muss.






Eine einfache Rechnung
Sie nehmen Ihre Miethöhe (netto, ohne Betriebskosten) und rechnen diesen Betrag nur mal so auf 20 Jahre hoch – auf den Zeitraum, in dem man sein Haus im Regelfall abbezahlt haben will. Sagen wir, Sie zahlen 400 Euro. Das ergibt dann den schon beachtlichen „Grundstock“ von 96.000 Euro. Doch dafür ein Haus bauen oder gar kaufen?
Illusorisch. Der heutzutage einigermaßen realistische Aufwand für das, was sich Häuslebauer hierzulande bei ihrem Haus vorstellen, dürfte um 300.000 Euro betragen - mit Grund und Boden, dazu mit allen Nebenkosten, bei rund 120 bis 150 Quadratmetern Wohnfläche und kleinem Gartenanteil. Die Lücke beträgt knapp 200.000 Euro, wenn Sie noch die 10.000 Euro Eigenheimzulage bekommen können. Sie läuft allerdings über acht Jahre, „am Stück“ gibt es sie nicht. Sind Kinder dabei, erhalten Sie sogar noch eine weitere Zulage.
Was bleibt? Die Frage lautet: Haben Sie genug Gespartes? Je mehr, desto besser. Das reduziert Ihre Kreditaufnahme und damit Ihre Rückzahlungspflichten. Mit Zinsen und Tilgung zahlen Sie nämlich – im groben Überschlag geschätzt – Ihre Kreditsumme noch ein zweites Mal an die Bank.

Sind Sie zu dem Ergebnis gekommen, dass Sie es schaffen, dann lassen Sie sich dazu von mindestens drei verschiedenen Geldinstituten ein Angebot machen. Vergleichbar werden diese dann, wenn die Darlehenssumme, die Frist für die Zinsfestschreibung und die monatlichen Raten identisch sind. Ein detaillierter Tilgungsplan, den Sie auf jeden Fall verlangen sollten, gibt Auskunft über den Verlauf der Entschuldung.

Bank mit der niedrigsten Restschuld die günstigste Die Bank, bei der die Restschuld nach Ablauf der Zinsbindungsfrist am niedrigsten ist, ist am günstigsten, es sei denn, sie holt es auf anderer Seite über diverse Gebühren wieder herein. Darüber lässt sich aber gut verhandeln, denn die Spielräume sind für den Bankberater bei den Finanzierungsnebenkosten oft größer als bei den Zinssätzen. Steht das Angebot, sollte man weitere Zahlen sprechen lassen. Denn jeden Kredit müssen Sie in monatlichen Raten zurückzahlen. Nur wenn die Summe der Raten aus Bank-, Bauspar- und anderen Darlehen, wie beispielsweise das Arbeitgeberdarlehen auf Dauer tragbar ist, wird die Finanzierung nicht ins Wanken geraten.

Konkret heißt das: Es muss ausreichend Geld zum Leben bleiben. Und ohne Polster für den kleinen Luxus zwischendurch kann das Leben einer Bauherrenfamilie ganz schön eintönig werden.

Auch steigende Ratenhöhe muss noch ins Budget passen
Wichtig ist der Verlauf der Ratenhöhe über die Jahre. Auch wenn sie steigt, muss sie noch ins Budget passen. Vor allem am Ende der Zinsbindungsfrist lauert ein großes Risiko. Liegt das Zinsniveau bis dahin erheblich höher als zurzeit, muss zumindest die Möglichkeit einkalkuliert werden, dass die dann fällige Rate höher ist als die Rate zu Beginn der Finanzierung. Darüber hinaus belasten die Rückzahlungsraten für Bausparverträge das Budget stark. Da schnell getilgt wird, liegt der Tilgungssatz relativ hoch. Bleibt jedoch nach Abzug aller Lebenshaltungs- und Wohnnebenkosten vom verfügbaren Einkommen genügend Luft für den Schuldendienst sowie ein Sicherheitspolster, steht der Verwirklichung Ihres Bauprojekts nichts mehr im Wege.

Ob sich der Wechsel lohnt, muss errechnet werden:
Nach Ablauf der Zinsbindung - 5, 10 oder 15 Jahre - müssen Sie mit Ihrer Bank eine Anschlussfinanzierung vereinbaren. Sie können aber auch einen Wechsel des Kreditinstitutes vornehmen, das Ihnen bessere Konditionen bietet.

Verbraucherzentralen raten den Kunden dazu, selbst aktiv zu werden.
Oberstes Gebot ist, nicht abzuwarten, bis das bisherige Geldinstitut etwa vier Wochen vor dem Ende der Zinsbindung ein Verlängerungsangebot vorlegt. Bei ungünstigen Vertragsgestaltungen müsste sich der Darlehensnehmer dann innerhalb von zwei Wochen entscheiden, ob er das Verlängerungsangebot annimmt. Wenn nicht, ist der Kredit zwei Wochen später zur Rückzahlung fällig. Ein solcher Zeitdruck sollte auf jeden Fall vermieden werden.

Wichtige Informationen einholen
Spätestens zwei bis drei Monate vor Ende der Zinsfestschreibung sollten Darlehensnehmer deshalb selbst aktiv werden und sich um eine kostengünstige Anschlussfinanzierung kümmern. Wichtig ist, zunächst einmal zu klären, welche vertragliche Regelungen für das Ende der Zinsbindung bestehen, wie hoch die Restschuld eigentlich ist, ob Geld für eine Sondertilgung zur Verfügung steht und ob die laufende monatliche Belastung künftig eher niedriger sein sollte oder im Gegenteil eine Steigerung tragbar wäre sowie den Zinsmarkt zu beobachten und Vergleichangebote einzuholen.

Die meisten Kreditinstitute bieten ihren Bestandskunden einfach die gleichen Konditionen an wie im Neugeschäft. Das ist jedoch zu wenig. Die Verlängerung eines bestehenden Darlehensverhältnisses verursacht erheblich weniger Arbeitsaufwand als der Abschluss eines neuen Vertrages.






Den Wechsel gibt es nicht umsonst

Ein Wechsel zu einem anderen Kreditinstitut ist allerdings nicht umsonst. Die grundpfandrechtlichen Sicherheiten müssen auf den neuen Geldgeber übertragen werden, der Grundbucheintrag geändert sowie der Beleihungswert neu ermittelt werden. Die Kosten für den Bankwechsel liegen bei einer Anschlussfinanzierung in Höhe von 150.000 Euro bei rund 300 Euro (Basis: Zinsniveau April 2005). Wer jedoch für die Anschlussfinanzierung Zinsangebote einholt und dadurch einen um 0,25 Prozent günstigeren Hypothekenkredit erhält, den kostet der Anschlusskredit über 10 Jahre fast 4.000 Euro weniger.

Je länger die Zinsbindung der Anschlussfinanzierung und die Restlaufzeit des Kredits, desto eher lohnt es sich, über einen Wechsel nachzudenken. Das gilt vor allem, wenn das neue Institut auf Schätzkosten verzichtet oder ein vorhandenes Wertgutachten akzeptiert. Ob sich der Wechsel lohnt, muss errechnet werden. Faustregel: Bei zehnjähriger Zinsfestschreibung sollte das neue Institut rund 0,2 Prozentpunkte günstiger sein.

Die Gebühren bei der Umschuldung einer Immobilienfinanzierung sind zumeist deutlich geringer als viele Bauherren oder Wohnungskäufer annehmen. Kundenberater von Banken suggerieren gern, dass die Kosten bei einem Wechsel der Hausfinanzierung sehr hoch sind. Durch einen Wechsel der Bank bei der Baufinanzierung kann jedoch insbesondere bei höheren Beträgen eine hohe Zinsersparnis herauskommen. Man muss sich jedoch darum kümmern.

Tipps der Stiftung Warentest:

1. Rechtzeitig informieren: Fragen Sie Ihre Bank spätestens sechs Wochen vor Ablauf der Zinsbindung nach Angeboten für die Anschlussfinanzierung. Lassen Sie sich auch die Höhe des Restdarlehens, die neue Ratenhöhe und die Restschuld nach Ablauf der neuen Zinsbindung nennen.

2. Vergleiche einholen: Verschaffen Sie sich einen Überblick über Konkurrenzangebote. Interessant ist auch, welchen Zinssatz Ihr Kreditinstitut von Neukunden verlangt.

3. Kosten ermitteln: Erkundigen Sie sich vor einem Bankwechsel beim Notar über die Kosten für die Grundschuldübertragung und bei der neuen Bank über zusätzlich anfallende Schätzgebühren. Je höher diese Kosten sind, um so günstiger muss der neue Geldgeber sein.

4. Tilgungssatz vereinbaren: Vereinbaren Sie einen höheren Tilgungssatz, wenn Sie es sich leisten können.

5. Sondertilgung leisten: Das Auslaufen der Zinsbindung ist der beste Zeitpunkt, um Sondertilgungen ohne Vorfälligkeitsentschädigung zu leisten. Informieren Sie dann die Bank spätestens einen Monat vor Ablauf der Zinsbindung über Ihr Vorhaben.







Bankkredit und Anschlussfinanzierung

Quelle: ImmobilienScout24 ]

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